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Der Arbeitsprozess                                                                                                            

Ich lebe in der Welt. Ich beobachte, wie Menschen leben, denken und miteinander umgehen. Und ich verfolge, wie Menschen medial vermittelt werden oder sich selbst inszenieren. Dabei stellen sich Fragen, blitzen frappante Zusammenhänge, Parallelen oder Gegensätze auf. Diese Assoziationen versuche ich meinen Skulpturen oder Installationen zu visualisieren. Dabei bin ich der Überzeichnung, Satire und Polemisierung nicht abgeneigt.

Das Material

Beton ist allgegenwärtig. Ein Material, das jeder und jede kennt. Beton ist ein ökono-misches Material, günstig zu beschaffen und einfach zu verarbeiten. Eine simple Mischung aus Kies, Sand, Zement und Wasser. Beton birgt keine Geheimnisse. Ihm fehlt die Raffinesse des Kunststoffs, das Edle der Bronze, die Reinheit des Gipses, die Wärme des gebrannten Tons, die Natürlichkeit des Holzes. Beton ist roh, hart und kalt - zum anschauen und zum anfühlen. Erstarrte Kälte.

Plastik zwischen barocker Skulptur und Cartoon

Das Theatralische, das Inszenierte meiner Plastiken ist klassisch und z.B. der barocken "sculpture parlante" verwandt. Ich erzähle nüchterne Geschichten, entwickle Figuren ohne Expressivität. Hingegen suche ich in meinen Darstellung nicht das Ideal, nicht das Grossartige oder Allgemeingültige, sondern eher das Exemplarische, das Mögliche.
Gleichzeitig sind die Überzeichnung der Figuren, das Banale bis Groteske der Szenen und die wichtige Verbindung von Bild und Titel dem Cartoon oder Comic verbunden.

Figur und Raum 

Meine Figuren stehen in verschiedenen räumlichen Situationen – sei es die kleine Plattform hoch oben auf einer Stele, der enge, geschlossene Raum eines Betonrahmens oder die weite, leere Fläche eines Tischs. Dieser Kontext bildet bühnenhaft die existenzielle oder momentane, selbstgewählte oder aufgezwungene Lebenswelt der Protagonisten.
Figur und Raum – obschon formal stark kontrastierend – bilden eine skulpturale Einheit.